Willkommen, heute ist Freitag, der 21. Juni 2024

    Kennen Sie schon die vielen Fachbegriffe rund um das Thema Reifen?

    Unser Reifenlexikon hilft Ihnen auf die Sprünge!

    A

    ABE
    Allgemeine Betriebserlaubnis für ein Fahrzeugmodell oder ein Zubehörteil. Vorsicht: bei der Verwendung nicht freigegebener Räder oder Reifen erlischt die Betriebserlaubnis, d.h. die komplette Fahrzeugzulassung samt Versicherung!

    Das Abriebsbild eines Reifen gibt dem Fachkundigen wertvolle Hinweise auf eventuelle Störungen am Fahrwerk (Achsgeometrie, Stoßdämpferefekt etc.) Sinnvoll ist daher die regelmäßige Reifenkontrolle bei einem Reifenfachbetrieb ( ca. alle 10 – 15.000 km!).

    ABS = Anti-Blockier-System
    Verhindert bei Vollbremsung das Blockieren der Räder. Vorteil: das Auto bleibt lenkbar! Bei trockener, feuchter und nasser Fahrbahn ist der Bremsweg in der Regel gleich lang oder kürzer als beim gleichen Fahrzeug ohne ABS . Im Notfall ruhig eine Vollbremsung wagen! (In seltenen Fällen- z.B. auf Neuschnee oder Rollsplit- kann der Bremsweg auch einmal geringfügig länger sein)

    Die Achsposition gibt an, wo genau ein Reifen eingesetzt wurde. Für den Fachmann ist dies wichtig, weil die Kräfte, die ein Reifen übertragen muss, auf der Vorderachse (Lenkung!) ganz andere sind als auf der Hinterachse. Außerdem sind sie natürlich von der Antriebsart abhängig! – Generell gilt jedoch immer: die besseren Reifen gehören auf die Hinterachse! (Siehe auch „Räderwechsel“)

    Airpumping nennen Reifentechniker das schnelle Ausströmen von Luft aus den Profilkanälen beim Abrollen. Die Reifen werden durch das Fahrzeuggewicht mit großem Druck auf die Fahrbahn gepresst. Bei hoher Geschwindigkeit entstehen so Pfeif- und Zischgeräusche, die sich jedoch durch eine geschickte Profilkonstruktion reduzieren lassen.

    Alterung von Gummi bedeutet, dass sich Elastizität und Haftfähigkeit im Laufe der Zeit geringfügig verändern. Ein Prozess, der jedoch sehr langsam erfolgt – und außerdem durch spezielle Alterungsschutzmittel im Reifen verhindert wird. Dennoch sollte man z.B. einen Reservereifen, der mehr als 6 Jahre „untätig“ im Kofferraum lag, nicht zusammen mit völlig neuen Reifen fahren.

    ASR ist die Abkürzung für Antriebs-Schlupf-Regelung. Eine elektronische Steuerung, die dafür sorgt, dass nur soviel Motorkraft zu den Antriebsrädern kommt, wie diese auch verkraften können. Dadurch wird das Durchdrehen der Räder auf glatter Fahrbahn verhindert!

    B

    Bremsplatten können durch Blockierbremsung entstehen. Bei entsprechend hoher Ausgangsgeschwindigkeit „radieren“ die Reifen dabei so heftig über die Fahrbahn, dass sie an der Blockierstelle unter starker Hitzeentwicklung abgeschliffen werden. In der Regel sind die Reifen danach so „unrund“, dass sie ausgetauscht werden müssen.

    Bordsteinparken ist gefährlich. Ein heftiges Anprallen der Reifen gegen den Bordstein kann zu versteckten Reifenschäden führen, die sich erst später bemerkbar machen. Daher sollten Bordsteinkanten nur langsam und im rechten Winkel überrollt werden.

    D

    Diagonalreifen mit mehreren schräg überkreuzten Karkasslagen waren in der Frühzeit des Automobils gängige Technik. Sie hielten nur einen Bruchteil der km-Leistung heutiger Reifen. Die 1948 von MICHELIN eingeführte Radialtechnologie brachte auf allen Gebieten entscheidende Fortschritte; höhere km-Leistung, mehr Fahrpräzision, besserer Nassgriff und Kurvenhaftung, mehr Komfort, usw. …. usw.


    Drainage
    kommt ( wie zahlreiche Begriffe rund ums Auto!) aus dem Französischen und bedeutet Wasserableitung aus dem Profil. Die gute Drainagewirkung eines Reifens ist Vorraussetzung für sicheres Fahrverhalten bei Nässe. Per Computersimulation kann man die Entwässerunggeschwindigkeit eines Profils berechnen und optimieren.

    G

    Grip nennt man die Fähigkeit eines Reifens, auf der Piste förmlich „festzukleben“. Im Rennsport erreicht man das durch weiche Gummimischungen und Reifenarbeitstemperaturen von 100- 200°C. Allerdings halten diese Reifen auch nur einige hundert Kilometer durch! – Auch normale Alltagsreifen liefern „Grip“ – allerdings nicht auf einem solchen Extrem-Niveau

    H

    Das Herstellungs-Datum eines Reifen lässt sich an der mit den Buchstaben DOT beginnenden Identifizierungsnummer auf der Reifenflanke ablesen. Die letzten drei Ziffern bedeuten Woche und Jahr, z.B. 304 = 30. Woche 1994. Ein zusätzliches Dreieck hinter der letzten Ziffer zeigt an, dass der Reifen aus den 90er Jahren stammt. Homologation ist die technische Freigabe eines Reifens für ein bestimmtes Automodell. Sie umfaßt rund 60 Prüfpunkte und wird von den Fahrzeugherstellern sehr streng gehandhabt. Für den Reifenproduzenten bedeutet sie eine Qualitätsbestätigung!

    K

    Karkasse nennt man die Grundkonstruktion eines Reifens. Sie wird durch Gürtel und Laufstreifen komplettiert. In der Regel besteht sie aus gummiummantelten Cordseilen heute vorwiegend aus Kunstfasern wie Rayon oder Nylon. Die Karkasse ist der entscheidende Festigkeitsträger eines Reifens.


    Kybemetische Reifen sind ein Denkmodell für die Reifentechnik von morgen. Im Reifen eingebaute Sensoren erfassen die Fahrbedingungen (Nässe, Kälte, Kurven Geschwindigkeit, etc.) und stellen den Reifen automatisch auf diese Situation ein.

    L

    Laufrichtungsbindung gibt es bei modernen Reifen immer häufiger. Manche Profile sind so konstruiert, dass sie in vorgeschriebener Laufrichtung abrollen müssen. Das bringt Vorteile beim Aquaplaningverhalten und bei der Zugkraftübertragung auf Eis und Schnee!

    Load-Index ist eine meist zweistellige Zahl am Ende der Größenbezeichnung: z.B. 175/70 R 13 82 T. Die Zahl 82 gibt Aufschluß über die Tragfähigkeit des Reifens. Tragfähigkeitsindex 82 bedeutet z. B. 475 kg Tragfähigkeit pro Reifen! Korrekter Luftdruck entscheidet darüber, ob die Reifen ihr volles Leistungsspektrum entfalten können ( z.B. Kilometerleistung, Kurvenhaltung, Abrollkomfort usw.). Deshalb: alle 14 Tage bei kalten Reifen kontrollieren.- Achtung: Niemals nach längerer Fahrt Luftdruck absenken! Denn dabei erwärmen sich die Reifen und der Druck steigt automatisch an. (Siehe auch “ Unterdruck“ und „Überdruck“)

    M

    Matchen ist ein Verfahren bei der Reifenmontage, das zum optimalen Abrollen des Reifens beiträgt. Dabei werden die Rundlaufabweichungen von Rad und Reifen so miteinander kombiniert, dass sie sich gegenseitig neutralisieren. Wird vor dem eigentlichen Auswuchten durchgeführt! Mischbereifung sollte man nach Möglichkeiten vermeiden. Unterschiedliche Reifentypen auf Vorder- und Hinterachse können das Fahrverhalten negativ beeinflussen. Auch Winterreifen gehören „rundum“ montiert. M+S ist die Kennzeichnung für Winterreifen

    P

    PR = Ply Rating , eine nur bei Reifen für Leichttransporter noch teilweise gebrauchte Bezeichnung für verschiedene Tragfähigkeitsklassen. Früher bezeichnete man damit die Anzahl der Karkasslagen. Ein 8 PR-Reifen besitzt mehr Tragfähigkeit als ein 6 PR-Reifen! Eine Profiltiefe von 4 mm senkt die Haftung des Reifens, vor allem bei Nässe, deutlich ab. Trotz gesetzlicher Mindestprofiltiefe von 1,6 mm sollten Sommerreifen spätestens bei 2 bis 2,5 mm, Winterreifen bereits bei 4 mm Restprofiltiefe erneuert werden.

    R

    Räderwechsel von vorn nach hinten (und umgekehrt) nach ca. 10 bis 15.000 km ist immer sinnvoll. Dadurch werden die Reifen gleichmäßig abgefahren und können später komplett ausgetauscht werden. Falls Sie dennoch einmal nur zwei neue Reifen montieren lassen, gehören die immer auf die Hinterachse! Weil sie dort für die Sicherheit besonders wichtig sind (Haftung der Hinterachse stabilisiert das Fahrzeug!)

    Reifenrecycling (d.h. 100%ige Wiederverwertung aller Rohstoffe!) ist heute noch Zukunftsmusik. Dennoch dürfte es der Forschung in absehbarer Zeit gelingen, abgefahrene Reifen entweder materialmäßig neu aufzuarbeiten – oder sie ohne Umweltbelastung der Energiegewinnung zuzuführen. Schon heute werden Altreifen bei der Herstellung von Zement als Energieträger genutzt oder zu Gummigranulat für Sportböden und Flüsterasphalt weiterverarbeitet.

    Reinforced ist eine zusätzliche Bezeichnung für PKW-Reifen, die extra verstärkt wurden. So können sie bei erhöhtem Luftdruck höhere Lasten tragen und sind außerdem besser gegen mechanische Verletzungen geschützt.

    Das Reserverad führt häufig ein Dornröschendasein. Im Ernstfall fehlt ihm oft ausreichend Luft – oder die Radmuttern der Aluräder passen nicht auf das übliche Stahlrad…! Unser Tip: Reserverad regelmäßig auf Luftdruck prüfen und in den turnusmäßigen Reifenwechsel mit einbeziehen. (Ausnahme: Notrad)

    Rollwiderstand nennt man die Kraft, die ein rollender Reifen dem Vortieb entgegensetzt. Im wesentlichen bedingt durch seine „Walkarbeit“, d.h. Verformung beim Durchlaufen der Bodenaufstandsfläche. Bis etwa 100km/h ist der Rollwiderstand übrigens größer als der Luftwiderstand. Runderneuerte Reifen sind ökologisch interessant, weil nach dem „ersten Reifenleben“ rund 3/4 der eingesetzten Rohstoffe wiederverwertet werden – in Form der Karkasse. Auf diese wird ein neuer Laufstreifen aufvulkanisiert, wobei der Reifen ein „neues“ Profil erhält. Besonders auf LKWs ist der Einsatz runderneuerter Reifen sinnvoll – und wirtschaftlich! Die Rundlaufpräzision von Reifen ist meßbar und fühlbar. Allerdings spüren die meisten Autofahrer den Unterschied erst dann, wenn sie ihr Auto rundum neu bereifen.

    S

    Sägezahn nennen Reifentechniker den ungleichmäßigen Abrieb an den Querkanten von Profilblöcken. Als Folge treten oft lästige Vibrationen und Laufgeräusche auf. Rechtzeitiger Wechsel zwischen Vorder- und Hinterachse kann dem vorbeugen. In hartnäckigen Fällen sollte man den Reifenfachmann um Rat fragen.

    Schlupf ist der Unterschied zwischen dem geometrischen Radumfang und der tatsächlichen zurückgelegten Strecke bei einer Radumdrehung. Bei durchdrehenden oder blockierten Rädern liegt praktisch 100% Schlupf vor. Je größer die Antriebs- oder Bremskräfte, um so größer der Schlupf. Ein geringeres Maß an Schlupf ist beim Fahren jedoch immer vorhanden- daher der Reifenverschleiß!

    Schulterabrieb stellt sich vor allem dann ein, wenn mit der Radaufhängung etwas nicht in Ordnung ist. Rasante Fahrer mit hohem Landstraßenanteil (Kurven!) erreichen allerdings auch bei korrekter Achseinstellung erhöhten Reifenabrieb auf den Außenschultern. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, den Reifen auf der Felge zu drehen und von rechts nach links zu tauschen. (Ausnahme: laufrichtungsgebundene Profile!)

    Silikat ist ein in jüngster Zeit häufiger verwendeter Füllstoff für Kautschukmischungen (chemisch als Kieselsäure bekannt). Mit Hilfe läßt sich sowohl der Nässegriff von Reifen verbessern wie ihr Rollwiderstand senken.

    Slicks sind profillose Reifen mit extrem haftfähiger Mischung, wie sie für Rennautos gebaut werden. Bei Nässe kommen sie allerdings rasch in Schwierigkeiten, weshalb dann profilierte Regenreifen erforderlich sind. Für den Alltag sind sie deshalb ungeeignet! Außerdem halten sie selten mehr als 1000 km.

    Speed Index = Geschwindigkeits- Symbol. Buchstabe am Ende der Größenbezeichnung, der über die maximal erlaubte Höchstgeschwindigkeit des Reifens Auskunft gibt. z.B. S= 180km/h, T= 190, H= 210, V= 240, W=270, und ZR= über 270km/h

    T

    Traktion ist die Fähigkeit, Motorleistung in Vortrieb umzusetzen. Auf trockener Strasse kein Thema, kann Traktion bei Nässe, Schnee oder Eis, durchaus problematisch werden. Dann spielen Haftfähigkeit der Gummimischung und Profilform (Lamellenreifen für Schnee!) eine ganz entscheidende Rolle.

    U

    Überluftdruck ist fast genauso schädlich wie Unterluftdruck! Stoßdämpfer und Komfort leiden- die Bodenhaftung verschlechtert sich- und zudem nutzen sich die Reifen ungleichmäßig ab. (Mittenabrieb!)

    Uniformity nennen Reifentechniker die Fertigungsgenauigkeit eines Reifens. Sie ist Voraussetzung für perfektes und ruhiges Abrollen ohne störende Geräusche und Vibrationen. Je besser die Uniformity eines Reifens, um so leichter lässt sich das Rad auswuchten.

    Unterluftdruck ist heute eher die Regel als die Ausnahme! Immer bessere Reifen führten zur Nachlässigkeit bei der Wartung. Wer mit zuwenig Luft fährt, hat viele Nachteile: schwammiges Fahrverhalten – Sicherheitsrisiko bei Schnellfahrt – reduzierte km-Leistung der Reifen.

    V

    Ventile ermüden genauso wie Reifen! Vor allem dann, wenn es (wie bei Stahlrädern durchweg üblich!) Gummiventile sind. Starke Zentrifugalkräfte, Straßenschmutz und Bremsabrieb setzen den Ventilen zu. Unser Tip: Ventile bei jedem Reifenwechsel ersetzen lassen.

    Ventilkappen sind die unscheinbarsten Teile am Rad – und dennoch von großer Bedeutung! Sie schützen das eigentliche Ventil vor Schmutz und Feuchtigkeit – und garantieren völlige Dichtheit des Reifens.

    Vibrationen am Lenkrad kommen in der Regel von schlecht ausgewuchteten Reifen. Auch ein fehlerhaftes Auswuchtgewicht oder eine durch Gewaltbremsung entstandene Bremsplatte (siehe Bremsplatte) können dafür verantwortlich sein.